Das Leistungsspektrum der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Diabetologie des ALB FILS KLINIKUMS ist breit aufgestellt und umfasst alle akuten und chronischen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, der Speiseröhre, der Bauchspeicheldrüse, der Leber und Gallenwege sowie der Schilddrüse einschließlich Tumorerkrankungen. Auch Patientinnen und Patienten mit Diabetes werden vom Team um Chefarzt Dr. Klaus Metter betreut. Nun haben eine Oberärztin und ein Oberarzt der Klinik durch spezielle Weiterbildungen das Portfolio der Klinik noch erweitert.
Dr. Sonja Papcke, Oberärztin der Klinik und Leiterin der Decision Unit des ALB FILS KLINIKUMS, hat Ende des vergangenen Jahres die Zusatzbezeichnung Infektiologie erworben – sie ist damit die erste Ärztin des Klinikums, welche die Weiterbildung Infektiologie unter der Ausbildung und Leitung von Professor Dr. Martin Bommer, Chefarzt der Hämatologie und Onkologie, erworben hat. Patient*innen können dadurch nun auch aus einem infektiologischen Blickwinkel begutachtet werden. „Bei komplexen Krankheitsbildern wie etwa einer Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut) oder einer Spondylodiszitis (Entzündung einer Bandscheibe und der angrenzenden Wirbelkörper) können wir so die Kolleginnen und Kollegen in der Diagnostik und antibiotischen Therapie unterstützen“, sagt Dr. Papcke. Solche komplexen infektiologischen Krankheitsbilder werden immer häufiger, was unterschiedliche Ursachen hat. „Durch die zunehmende Erderwärmung werden in Europa beispielsweise afrikanische Mückenarten heimisch, die Erreger von tropischen Krankheitsbildern mitbringen“, so die Oberärztin. Auch andere infektiologische Krankheitsbilder wie die Tuberkulose werden wieder vermehrt diagnostiziert. Zudem hat der zunehmende Einsatz von Antibiotika dazu geführt, dass sich resistente Erreger ausbreiten.
Eine ganz andere Richtung hat der Leitende Oberarzt der Klinik, Dr. Torsten Feez, eingeschlagen. Er führt seit kurzem das DGVS-Zertifikat Neurogastroenterologie und Motilität. Er ist der einzige Arzt im Landkreis Göppingen mit dieser Qualifikation. „Es geht in der Neurogastroenterologie um Funktionsstörungen des Magen-Darm-Trakts, also um die Beziehung zwischen Nervensystem und Verdauungssystem. Ein Großteil der Patienten leidet an einer funktionellen gastrointestinalen Erkrankung. Bei einem erheblichen zusätzlichen Anteil der Patienten beruhen die Beschwerden auf einer gastrointestinalen Motilitätsstörung im engeren Sinn, beispielsweise einer Achalasie (Beweglichkeitsstörung der Speiseröhre) oder einer Gastroparese (Störung der Magenentleerung)“, erklärt Dr. Feez. Typische neurogastroenterologische Erkrankungen sind Schluckstörungen, Refluxerkrankungen, Reizmagen, Reizdarmsyndrom, chronische Verstopfung sowie Stuhlinkontinenz. Sie kommen recht häufig vor, 25 bis 30 Prozent aller Menschen weisen die entsprechenden Symptome auf – in unterschiedlich starker Ausprägung. „Wir bieten die neurogastroenterologischen Untersuchungen nun im Rahmen unserer gastroenterologischen Funktionsdiagnostik an“, sagt der Oberarzt.
„Mit dieser Erweiterung der medizinischen Leistungen ist uns ein guter Start ins Jahr 2025 gelungen“, freut sich Chefarzt Dr. Metter und nennt noch gleich einen dritten Anlass zur Freude: „Zu Beginn des Jahres haben wir unseren Status als `Assoziierte Klinik der Deutschen Leberstiftung` bestätigt. Durch unsere inzwischen zehnjährige Mitarbeit in dieser Stiftung fördern wir die Verbesserung der Früherkennung, die Vorbeugung und die Behandlungsmöglichkeiten von Lebererkrankungen.“